Ethik bei VW – Satire-Insourcing der PARTEI geht weiter

Das große satirische Talent

Erika Steinbach machte vor wenigen Wochen den Anfang. Als sie ihren Austritt aus der CDU erklärte, schlug der Vorstand der PARTEI zu und bot ihr politisches Asyl an.

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Foto: Christine Hohmann-Dennhardt

Steinbach, ehemalige Präsidentin des Bundes der Vetriebenen, hatte sich durch nachhaltiges Bemühen um die Vertreibung von Flüchtlingen empfohlen. Dass sie auch dem CDU/CSU-Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe vorstand, zementierte den Willen, „die Humorexpertise und das große satirische Talent dieser Frau“ zu nutzen, so ein PARTEI-Vorstandsmitglied aus dem Ressort Nach- und Auswuchsförderung.

Auf der Suche nach neuen Fachkräften ist man nun mit Christine Hohmann-Dennhardt fündig geworden. Die ehemalige Bundesverfassungsrichterin wechselte vor gut einem Jahr vom Daimler-Vorstand zu VW. Dort sollte sie das ethische Verhalten sowie die Intergrität des Konzerns auf Vorderfrau bringen und für VW eine „saubere“ Corporate Identity erarbeiten. Doch schon nach nur einem Jahr trennten sich jetzt VW und Hohmann-Dennhardt, „einvernehmlich, wie es sich für eine ethisch korrekte Firma gehöre“, so VW in einer ersten Stellungnahme. Die frühere Justizministerin hatte die Sorgepflicht des Unternehmens für ausscheidende Mitarbeiter erfolgreich zu ihrem Kernthema gemacht und verließ VW vorzeitig mit 12-15 Millionen Euro Abfindung sowie einer monatlichen Rente von rund 8.000 Euro (sogenanntes „Heesters-Konzentrat“).

Bemerkenswerte 98,5% Satiregehalt

Zumindest finanziell habe Hohmann-Dennhardt, engagierte Feministin und entschiedene Befürworterin der Frauenquote, einen „großartigen Beitrag zur Gleichstellung“ geleistet. Sie habe in moralisch vorbildlicher Weise den „ungerechtfertigten Gehaltsunterschied“ zwischen Männern und Frauen überwunden und den Weg des Konzerns frei gemacht zu einem gleichhohen „ungerechtfertigten Gehalt“ für beide Geschlechter, so ein Unternehmensvorstand.

Die PARTEI zeigte sich von Hohmann-Dennhardt sichtlich beeindruckt. Der Satiregehalt liege „bei bemerkenswerten 98,5% pro Worthülse“, so der Pressesprecher der PARTEI Treptow-Köpenick, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Quelle: Luigi Lauer, PPA (ParteiPresseAgentur)