Das Kandidateninterview

Interview mit MARCO (KLOPPE) KOPPE, Direktkandidat der Partei Die PARTEI für den Bezirk Treptow-Köpenick, Berlin (Ost)
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Waren Sie in der Schule schon überzeugt, für höhere Ämter geeignet zu sein?
Nein. Nachdem ich in der 7. Klasse die Wahl zum Schuldirektor verloren hatte, ging ich durch eine schwere Krise. Erst ab der 8. Klasse durfte ich das Klassenbuch wieder führen. Aber so kam ich immerhin reibungslos zum POS-Schulabschluss, trotz meiner vielen Kinder, der Zeit im Gefängnis und anschließend in der Entzugsklinik. Erst als ich stellvertretender 2. Kassierer des Kegelclubs „Feste druff!“ in Marzahn wurde, habe ich gemerkt, dass niemand mich aufhalten kann. Nach dem 3. Mal „Alle Neune“ in Folge wusste ich, dass ich alle weghaue.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Eltern?
Das letzte, woran ich mich erinnern kann, ist, dass sie mir und meiner Schwester am Waldrand ein Stückchen Brot mitgaben. Danach mussten sie zu einem Termin. Wir haben sie nie wiedergesehen.

Wieviele Kinder haben Sie?
Ich glaube, so ein-zwei sind noch übrig.

Und die anderen?
Da müsste ich mal am Waldrand nachsehen.

Warum haben Sie sich ausgerechnet für die Partei Die PARTEI entschieden?
Die hat mir das lukrativste Angebot gemacht. Ich war jung und brauch… Streichen Sie das.

Gab es frühe Anzeichen dafür, dass Sie zu einer Spaßpartei passen würden?
Spaßpartei? Sie müssen mich verwechseln, ich bin nicht in der ehemaligen FDP. Die Partei Die PARTEI ist nach außen ein seriöser Politikanbieter im Hochpreissegment und intern eine kleine, obskure, schmierige und populistische Partei. Doch zu ihrer Frage. Ich bin noch ein Mann der alten Parteischule. In der FDJ wurden die größten satirischen Talente herausgebildet, Karl-Eduard von Schnitzler, Walter Ulbricht, Erich Honecker. Haben wir gelacht! Unvergessen auch Günter „Nach-meiner-Kenntnis-ist-das sofort“-Schabowski, der einen ganzen Staat dadurch abgeschafft hat, dass er einen Moment seine Brille nicht aufhatte. Köstlich! Oder denken sie an das Kabarett-Theater „Die Distel“ in Berlin (Ost), fast alle Führungskräfte der DDR wurden dort ausgebildet. Und es war ja kein Zufall, dass sich das Etablissement direkt neben dem Admiralspalast befand und noch befindet. Dort hatte der Führer eine eigene Loge, fragen sie Johannes Heesters. So etwas schult.

Sie haben sich den Schriftzug „Die PARTEI“ sogar auf einen Arm tätowieren lassen. Behindern Tätowierungen nicht eine Kriminellen-Karriere (Stichwort Identifizierung), wie sie in der Politik üblich ist?
Das Gegenteil ist der Fall. Schauen Sie sich unseren Landesvorsitzenden in NRW, Dr. Mark Benecke, an. Der hat ja fast so viele Tattoos wie ich und wird auf hunderte Meter Entfernung sofort erkannt. Und? Wie kein zweiter hat er eine steile Karriere im Kriminellen-Milieu hingelegt und gehört heute zu den bekanntesten und begehrtesten Leuten, wenn es um Mord und Totschlag geht. Ein gestochen scharfer Kopf, der Mann. Ich stehe für eine Politik für Arme, darum der Schriftzug auf meinem Bizeps.

Emanzipation, Sexismus und Gendern ist ein großes Thema, besonders in Berlin. Wie stehen Sie dazu?
Sexismus kann mir niemand vorwerfen. Ich habe mir viele Jahre nicht einmal eine Frau gehalten. Und Gleichberechtigung, also Emanzipation, habe ich immer schon vorgelebt. Es ist ja nicht einzusehen, warum meine Ehefrau weniger Geld bekommen soll als meine polnische Putzfrau. Ich behandle beide absolut gleich. Frauen werden bei uns doch sogar bevorzugt. Sie müssen nicht einmal Auto fahren. Oder kennen Sie eine Küche, die groß genug dafür wäre? Und was die Gender-Problematik betrifft: Wenn jemand im falschen Geschlecht zur Welt kommt, muss man das nicht überbewerten. Ich war selber im Körper einer Frau gefangen, lange neun Monate. Und? Hat es mir geschadet?

Zur aktuellen Flüchtlingsproblematik: Würden Sie ihren Kindern erlauben, zu flüchten?
Flucht ist ein Reflex, den wir Pferden überlassen sollten. Darum heißen sie ja Fluchttiere. Sie sind einfach schneller. Und sie sind meist unbewaffnet, im Gegensatz zu mir und meinen Kindern. Wir Menschen haben ja immer vier Handlungsoptionen, wenn wir etwas Unbekanntem begegnen: Fressen, Ficken, Hauen, Abhauen. Manchmal sind sogar Kombinationen davon möglich. Wer sich gründlich vorbereitet, muss also nicht weglaufen. Ich möchte mir auch gar nicht ausmalen, was passierte, müssten meine Kinder nach Deutschland flüchten.

Sollte man den warmen Abriss von Flüchtlingsheimen nicht besser den Spekulanten überlassen, die damit in Berlin (West) schon in den 1980-er Jahren so erfolgreich Wohnraum vernichtet haben?
Auf keinen Fall! Dank Bolognese- und anderen Reformen sind die dafür erforderlichen Kenntnisse heute Allgemeinwissen. Jeder, der früher noch die Sonderschule abbrechen musste, darf heute Chemie studieren. Das Prekariat hat die Universitäten erobert, und das ist auch gut so. Schauen Sie nach Kuba, da gibt es keine Nutte ohne Hochschulabschluss. Und von Kuba als einem der wenigen Verbündeten der DDR haben wir viel gelernt, fragen sie meine Frau, die hat auch einen Hochschulabschluss. Wenn nur eine kleine Elite bestimmen darf, zum Beispiel darüber, wessen Hütte brennen soll, fehlt dem Volk die nötige Identifikation mit seinen gewählten Vertretern. Das genau verstehen wir unter basisdemokratischer Initiative und Elitenförderung, die ja Teile unseres Parteiprogramms sind. Jeder soll nach seiner Qualifikation glücklich werden.

Was soll mit dem Flughafen BER geschehen? Und was mit Tegel? Und Tempelhof?
Der Flughafen BER wäre längst fertig, hätte man Tempelhof nicht geschlossen und Tegel rechtzeitig ausgebaut. Die Pyramiden in Ägypten gäbe es auch nicht ohne Zulieferverkehr im Minutentakt. Dafür gab es sogar im Nil Pferde. Das Zigarettenpapier von Gizeh ist der beste Beweis, dass eine ehemals kleine Stadt prosperieren und weltweit begehrte Güter herstellen kann, wenn die Infrastruktur rechtzeitig aufgeschichtet wird. Oder Pyramidon, dessen analgetische und antiinflammatorische Wirkung die Medizin revolutioniert hat. Und wenn das die alten Ägypter geschafft haben, was werden dann erst die jungen Berliner bewerkstelligen? Wir müssen groß denken und groß machen. Wenn irgendwo ein Tower hingehört, dann auf einen Flughafen. Die Pläne für einen Koppe-Tower sind fertig, man wird von dort bis Dubai kucken können. Auf Koppe reimt sich auch nichts – außer vielleicht, was Sie Ferkel gerade denken. Das erspart uns, anders als Trump-Dumb, viele blöde Witze.

Wie stehen Sie zu dem Ausbau des Fahrradwegenetzes in Berlin?
Die Geschichte wird mir recht geben wenn ich sage, dass jeder Radweg ein Irrweg ist. Die fahrradfreie Stadt ist das Modell der Zukunft. Jeder Autofahrer, der schon einmal erlebt hat, was für eine blutige Schweinerei Radfahrer auf der Motorhaube anrichten können, ganz zu schweigen von Kratzern im Lack, wird das bestätigen. Das Chaos, das in Amsterdam herrscht, kann doch niemand ernsthaft wollen. Hier können wir vom Iran lernen, kein Mensch fährt dort in den Städten mit dem Fahrrad – und die Frauen dürfen es nicht einmal. Die Folge: der Verkehr fließt. Oder haben Sie in Teheran schon einmal im Stau gestanden? Radfahrer fahren rücksichtslos, sie fahren ohne Licht, sie fahren auf Gehwegen, und zieht man sie zur Rechenschaft, auch schon mal aus der Haut. Nach meiner selbsterstellten Statistik werden alleine in Berlin täglich (!) 117,3 Millionen Liter Benzin verschleudert, weil Autofahrer beim Abbiegen auf Radfahrer warten müssen. Wieviele Arbeitsstunden dabei verbrannt werden, konnte mir nicht einmal mein Sohn sagen. Wo ist der überhaupt?

Mögen Sie Tiere?
Das kommt ganz darauf an, wer der Koch ist. Auf artgerechte Zubereitung legen wir von der Partei Die PARTEI allerdings großen Wert, weshalb wir auch Tierschutz in unser Parteiprogramm aufgenommen haben.

Hunde sind aber schon ein Problem in Berlin?
Nicht mehr lange. Die asiatische Küche ist sehr auf dem Vormarsch ein Deutschland. Wir werden das durch entsprechende Anreize verstärken. Das Gesundheitsamt ist ohnehin personell überbelegt. Und dann ist nicht es nicht mehr weit von Sushi zu Fiffi.

Wie stehen sie als Vertreter einer Partei der extremen Mitte zu Parteien der extremen Ränder?
Die brauchen wir in Deutschland nicht. Buback, Schleyer, Herrhausen, Celler Loch, NSU, Islamisten, Linke beobachten – das können wir alles selber dank eines hervorragend geschulten Verfassungsschutzes. Ein Outsourcing würde nur unnötige Kosten verursachen. Schon CSU und FDP sind/waren komplett überflüssig, wer braucht da noch AFD oder DGB? Und nicht zuletzt alimentieren wir ja die Katholische Kirche jedes Jahr mit mehr Geld, als der Verfassungsschutz jemals bekommen hat. Im Vatikan liegen Legislative, Jurisdiktive und Exekutieren in einer Hand. Vorbildlich! Und bei Schwulenpornos drängt sich eine Zusammenarbeit von katholischer Kirche und Verfassungsschutz ja direkt auf. Mehr Nächstenliebe geht nicht.

Was würden Sie als Bundestagsabgeordneter als erstes tun?
Mittagspause machen, Schnupper-Besuch der Bundestagstoilette, Lügenpresse verbieten. In der Reihenfolge. Schreiben Sie das genau so!

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